Ich hab mein Herz in der Überseestadt verloren – zumindest das, was von ihm übriggeblieben ist, nachdem ich einen großen Teil nach dem Studium in Heidelberg gelassen habe. Gerade in den rohen verrosteten Teil, hinter der Alten Feuerwache, zieht es mich immer wieder. Aber auch die neu entstandenen und entstehenden Kulissen kann ich gut leiden, auch wenn mir die hochpreisige Vermietung des architektonischen Würfelhustens nicht so recht schmeckt. Aber die Sonnenuntergänge, die man im Europahafen genießen kann, das Möwengeschrei am Molenturm und die bunten Containerschluchten vor dem Eigang von Lloyd Caffee… von all dem kann ich nicht genug bekommen. Und um auch Euch einmal mehr dorthin zu locken, gibt es heute meine Top 5 im Hafengebiet.

Holz- und Fabrikenhafen

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Vom Hafencasino an alten Gleisen entlang hinein in die bunten Containerhaufen – das nenn ich mal nen standesgemäßen Gang durch ein Hafengebiet. Der Holz- und Getreidehafen hinter der Alten Feuerwache hat mit Lloyd Caffee und der neuen Lebkuchen-Manufaktur zwar leckere Anlaufsstellen, dennoch hat man dort Sonnenuntergänge, Foto-Motive und das vor sich hin schwappende Hafenbecken häufig ganz für sich. Vor allem, wenn man noch an Lloyd Caffee vorbei in den hinteren Teil zieht. Dort lassen sich übrigens auch prima Hochzeitsfotos machen – ich sprech da aus Erfahrung!

Überseekaufhaus

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Außergewöhnliche Geschenke mit nordisch-frischer Note gibt es bei „Fette Beute„. Ein mit viel Bedacht ausgesuchtes Sortiment aus feinen Lebensmitteln, nachhaltigen Accessoires, hippen Interior-Schmuckstücken und handgefertigter Kindermode hat hier ein passendes Zuhause gefunden. Wer Anker liebt und guten Service schätzt, ist hier richtig. Tipp am Rande: Auch das Label „Studio am Meer“, das besonders für küstenaffine Hundebesitzer interessant ist, ist vertreten.

Fette Beute. Konsul-Smidt-Straße 8U, geöffnet Mo-Fr: 11 – 19 Uhr sowie Sa: 12 – 16 Uhr

 

JAYA – authentic asian cuisine

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Jaya hat mich schon kurz nach seiner Eröffnung mit sympathischer Hilfsbereitschaft in mein Herz gekocht: Es war der Abend, an dem die Golden City Hafenbar 2014 eröffnet wurde. Bine und ich waren früh dran und mein Magen knurrte gewaltig. Wir bummelten am Hafenbecken entlang auf der Suche nach etwas Essbarem. Die Kreidetafel des Jaya verkündete auf dem Gehweg Mango Lassi für 3 Euro und die Eingangstür war auch geöffnet. Super, dachte ich mir, das ist jetzt genau das richtige, rein da! Drinnen angekommen ahnte ich dann schon, dass irgendwas doch nicht so ist, wie ich es annehme, denn es standen einige Kartons und Behälter im Weg. Aber es wurde gekocht: Hinterm Tresen sah ich einen geschäftigen Mann, der uns freundlich empfang. Aber auf meine Frage, ob ich eine Kleinigkeit essen könnte, antwortete er, dass leider geschlossen sei. Auf meinen verdutzten Blick auf die lecker gefüllten Pfannen, die vom Herd aus einen köstlichen Geruch verströmten, reagierte er mit der Erklärung, dass er gerade für die Band kochen würde, die nachher im Golden City spiele.

„Soll ich Dir vielleicht schnell einen Salat machen?“, bot mir der Mann freundlich an. „Nein, nein, passt schon. Wir schauen einfach weiter.“ „Dann kriegt Ihr aber zumindest einen Mango Lassi.“ So geschah es dann auch. Bezahlen mussten wir ihn nicht. Vor dem Jaya stand an diesem Nachmittag eine riesige Hängematte, ebenso ein paar andere Sitzgelegenheiten mit Blick auf den Bootsanleger „Marina“. Wenn es schon nichts zu essen gibt, dann wenigstens einen tollen Ausblick – nach dem Motto machten wir es uns dort mit unseren beiden Lassi gemütlich.

So faulenzten wir also vor uns hin, quatschten über dies und das, ignorierten meinen Hunger und steckten die Nase in die frische Luft. Als plötzlich und unerwartet von hinten kommend einige Teller unseren Blick kreuzten, die dann vor uns auf dem Tisch landetet. Der Jaya-Mann kredenzte uns plötzlich doch etwas zu essen. Und zwar etwas, was toll anzusehen war, wunderbar schmeckte und mit leckerem Dip daher kam. Keine schmale „Hier! Ein in den Teller geworfener Salat“-Lösung, sondern eine „Das ist das Beste, was ich auf die Schnelle improvisieren konnte“-Variante inklusive Süßkartoffelpommes. Wir waren baff! Und mein Magen frohlockte! Als ich anschließend reinging, um zu bezahlen, winkte unser Essensretter in der Not ab: „Ach was. Schenkt mir einfach ein Like auf Facebook.“ Na, das war für uns natürlich selbstverständlich bei so viel Großzügigkeit.

Leckeres frisches Essen und einen wahnsinnig großzügigen Besitzer – beides bekommt ihr im Jaya!

Jaya, Konsul-Smidt-Straße 8, geöffnet Mo-Mi: 11 – 18, Do-Fr: 11 Uhr – open end, Sa: 12 Uhr – open end

Molenturm

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Ich liebe die Nordsee (noch einen Ticken doller als die Überseestadt). Und zur Nordsee gehören natürlich Leuchttürme. Dementsprechend gern hab ich den Molenturm mit seinem grünen Köpfchen. Gerade wurde er saniert, ihr solltet ihn wieder mal besuchen.

Curry Kitchen

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Den silberfarbenen Curry Kitchen-Anhänger kennt Ihr in jedem Fall von öffentlichen Veranstaltungen. Und vermutlich wisst Ihr auch, dass ihr dort die leckersten Pommes Bremens bekommt, oder? Wohl dem, der in der Überseestadt arbeitet und die ein oder andere Mittagspause am Curry Kitchen-Wagen verbringe kann. Der steht nämlich in der Konsul-Smidt-Straße – es sei denn, es regnet Hunde oder ein Event hat ihn gebucht. Um sicher zu gehen, solltet Ihr immer kurz die Facebook-Seite checken, bevor ihr diesen echt scharfen Ort ansteuert. Falls es keine Wurst gibt, dann müsst ihr aber nicht traurig sein: diese Liste mit Restaurants und Bistros in der Bremer Überseestadt verrät eine Menge Alternativen.

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Curry Kitchen, Konsul-Smidt-Straße 11, geöffnet: 11 – 15 Uhr (witterungsbedingte Änderungen möglich)

So, und nun horche ich gespannt, welche Locations Ihr immer ansteuert, wenn es Euch ins Hafengebiet verschlägt. Na?