Inzwischen ist es genau sechs Jahre her, dass es mich vom Viertel in den Stadtteil Obervieland verschlagen hat. Habenhausen, Arsten, Kattenturm und Kattenesch zählen zu diesem vorwiegend durch Einfamilienhäuser und Reihenhäuser sowie viel Grün geprägten Bezirk links der Weser. Auch wenn die Umstellung vom Viertel auf dieses ruhige, immer wieder durch kleine Fleets durchzogene Wohngebiet erst schwierig war, habe ich den Bremer Süden zu schätzen gelernt. Denn mit der Zeit spürte ich immer mehr liebenswerte Orte auf. Um euch auch einmal nach Obervieland zu locken, stelle ich euch meine fünf Lieblingsplätze vor:

Krimpelsee – Natur in Ruhe genießen

Früher sind wir viel zum Spazierengehen an den Unisee gefahren – Pardon, „Stadtwaldsee“ heißt er ja eigentlich, obwohl ihn unter dem Namen wohl kaum jemand kennt. Auch im Park links der Weser war ich viel und gern, wie ich hier ja schon kundgetan habe. Doch warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah liegt? Kommen wir zum Krimpelsee. Er liegt zwischen dem Autobahnzubringer Arsten und dem Gewerbegebiet Habenhausen versteckt und ist in einer knappen Stunde zu umrunden – wenn man nicht zu viele Pausen macht. Die bieten sich aber an, denn der See beheimatet verschiedenste Wasservögel und oft malerische Perspektiven durch die Uferzone hindurch aufs Wasser. An besonders schönen Stellen laden Parkbänke zum Verweilen ein. Ein – wie ich finde – großer Vorteil des Krimpelsees ist, dass er nicht so überlaufen ist. Auch am Wochenende könnt ihr hier die Ruhe genießen und ist nicht ständig damit beschäftigt, Radfahrern und entgegenkommenden Inline-Skatern auszuweichen. Wahrscheinlich ist der Krimpelsee noch ein Geheimtipp – also pssst!

Kinder- und Jugendfarm Habenhausen – Tiere und Toben

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Spielplatz und Streichelzoo – zwei Highlights für kleine und große Kinder. Was liegt da näher, als beides zu kombinieren? In Habenhausen ist genau das passiert – auf der Kinder- und Jugendfarm. Von dieser in Bremen wohl einmaligen Einrichtung hatte ich schon gehört. Von der Tagesmutter meiner Tochter erfuhr ich dann, dass diese Jugendfarm regelmäßig auf dem Kalender ihrer Rasselbande steht. Also habe ich mich mit befreundeten Müttern aufgemacht, das regelmäßige Besuchsziel meiner Tochter auch mal in Augenschein zu nehmen. Das Erste, was einem auffällt: oha, das ist echt ein großes Areal hier! Und es herrscht reger Besuchsverkehr – bei jedem Wetter. Ein bisschen wirkt es wie ein Riesenspielplatz in einem Zoo. Oder ein Zoo auf einem Riesenspielplatz. Egal, ihr wisst, worauf ich hinaus will. Verblüfft hat mich, dass meine 17 Monate alte Tochter sich besser auskannte als ich und mich mit stetem Zug in Richtung Ziegengehege bugsierte. Die Ziegen sind nämlich zahm und genießen es, gestreichelt zu werden. Wer nicht wie sie begeistert von Ziegen ist, kann auch bei den Eseln, Pferden, Gänsen oder Kaninchen vorbeigucken. Für Tierfreunde jeden Alters also definitiv einen Besuch wert.

Stadtnah Blumen zum Selbstpflücken

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Landkinder kennen das: Blumen selbst pflücken. Ich bin in einer dörflichen Umgebung aufgewachsen und habe als Kind dort viele Blumensträuße „wild“ zusammengepflückt. In Städten ist das schon schwieriger. Wenn man nicht die Vorgärten der Nachbarn plündern möchte, muss man sich entscheiden: „Fahrt ins Grüne“ oder ab zum nächsten Blumenladen. Deshalb habe ich mich riesig gefreut, als ich mitten in Obervieland ein Feld voller Sonnenblumen und Gladiolen entdeckt habe. Davor ein Schild: Blumen zum Selbstpflücken. Juhu, die Blumen kommen zu mir – herrliche Sträuße mitten in der Vorstadt! Die Bezahlung läuft nach dem Vertrauensprinzip: Es gibt einen Kasten, in den das Geld gelegt werden kann und natürlich auch soll. Der Kasten weist mit der Aufschrift „Nur bezahlte Blumen machen Freu(n)de“ dezent darauf hin. Wer sich die letzten Sonnentage dieses Jahres mit einer Sonneblume für den Couchtisch versüßen will: ab 70 Cent seid ihr dabei…

Hofladen Arsten – ländliches Ambiente mitten in Arsten

Direkt an der Arster Landstraße liegt mein Lieblings-Hofladen, betrieben vom Erdbeerhof Nüstedt. Ich mag es, mich samstagsmorgens aufzumachen und frisches Obst und Gemüse auf der großen Diele des alten Dorfbauernhofes Bollmann mitten in Alt-Arsten einzukaufen. Ihr findet dort alles, was gerade Saison hat und noch vieles mehr: Von Gemüse über Obst, Kräuter und Blumen bis hin zu selbst gemachter Marmelade, Säften und ländlichen Rezepten.

Spielplatz mit Waldatmosphäre

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Wer für Kleinkinder einen geeigneten Spielplatz sucht, der wird in der Wischmannstraße fündig. Versteckt hinter Bäumen liegt dort ein relativ großer Platz mit jeder Menge Spielmöglichkeiten für kleine Weltentdecker, die gerade laufen können und noch keinen Meter groß sind. Neben den Klassikern wie Rutsche, Schaukel und Wippe findet ihr dort auch verschiedene Spielhäuser und Klettermöglichkeiten für die Kleinen. Ein großer Pluspunkt ist für mich die Lage inmitten von Bäumen: An sonnigen und windigen Tagen bieten sie Schutz und rund ums Jahr eine herrliche Draußen–Atmosphäre.