Es muss ungefähr drei Jahre her sein, als ich das erste Mal über ein Facebook-Posting von Horst gestolpert bin, das mir ein breites Grinsen ins Gesicht verpasste. „Gefällt mir“ dachte ich und drückte den entsprechenden Button auf seiner Facebook-Seite. Horst ist ein knorker Typ mit trockenem Humor, der genau weiß, was im Leben zählt: Essen, Schlafen, Fußball. Und wenn er seine weiche Seite zeigt, dann steht Kuscheln ganz hoch im Kurs, am liebsten mit seiner „Mudda“ alias Fotografin Marta Urbanelis.

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An streichelnden Händen fehlt es ihm aber auch sonst nicht, genießt er in Bremen doch einen gewissen Kultstatus. Als ich eines Abends vor der Golden City Hafenbar saß, schlappte Horst lässig durch die Sitzreihe und ich war nicht die einzige, die ihn sofort an seinem grünen Werder-Halstuch erkannte. Großes Hallo, großes Gekraule. Und Horst? Blieb dabei cool wie immer. Bloß nicht mit dem Schwanz wedeln, immer unbeteiligt tun, still genießen – Horst hat den Bogen raus! Das Ergebnis: Strahlende Gesichter bei der Damenwelt und herunterfallende Würstchen an diversen Imbiss-Ständen. Eine gewisse Bekanntheit schadet augenscheinlich auch im Leben eines Golden Retrievers nicht.

Als vierbeiniger Statist schmuggelt sich Horst außerdem in die Hochzeitsfotos, die Mudda regelmäßig in Bremen, an bekannten und ungewöhnlichen Orten, aufnimmt. Wenn also einer in der Hansestadt über Insiderwissen für Hunde verfügt, dann er. Und ein bisschen was davon hat er LOVEBREMEN verraten. Es folgt daher die ultimative „Horst weiß, was Hunde lieben“-Liste mit Geheimtipps für die besten Plätze zum Toben, das hundefreundlichste Restaurant und die überraschendsten Leckerlis.

Horsts Tipps für ein echt duftes Hundeleben in Bremen

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  • Ich bin Freestyler! Ne Leine kommt mir nur im Notfall ans Halsband, lieber bin ich ungezügelt unterwegs. Da das im Bürgerpark nicht geht, findet Ihr mich statt dessen oft in der Uni-Wildnis. Mein Tipp für jeden freiheitsliebenden Hund!
  • Das Viertel ist meine zweite Heimat, hier kenn ich jede Hausecke und weiß genau, wer meine Wege kreuzt. Am liebsten schlappe ich von Zuhause über den Barkhof und dann durch den Tunnel in Richtung Sielwall.
  • Im Viertel angekommen, tragen mich meine Pfoten eigentlich immer zu Cookies Cupcakes – allein um die beiden Möpse von André & Chen zu ärgern. Die beiden haben nämlich immer was für mich parat und ihre zwei Möpse drehen regelmäßig am Rad, wenn ich ihre Schmackos klaue. Mudda sagt, sie würde wegen des guten Kaffees und der Cupcakes mitkommen. Ich glaube aber, sie will sich den Hunde-Battle einfach nicht entgehen lassen.
  • Vom Viertel aus zieht es mich stets in Richtung Osterdeich, genauer gesagt zum absoluten place to be für Werder-Hunde wie mich: ans Weserstadion. Mudda und ich drehen da immer ne große Runde drumherum und ich setze den ein oder anderen glücksbringenden Strahl in Richtung Ostkurve.
  • „Hey Horst, lange nicht gesehen!“ So höre ich es jedes Mal bei meinem liebsten „Futterlieferanten“in der Überseestadt: bei der Curry Kitchen, im HANSEN und in der Feuerwache. Glaubt mir, hier sind auch Hunde gern gesehene Gäste.
  • Hängt die Zunge in der Überseestadt auf dem Boden, gibt’s auch für uns Vierbeiner was zum Abkühlen: In der Überseetor-Strasse springe ich allzu gern in die kleine Wasserstelle.
  • Nur die Harten komm’n in’n Garten. Aber auch ich coole Sau hab hier und da ein kleines Wehwehchen, für das ich einen fachmännischen Rat brauche. Wie es sich für einen echten Kerl gehört, renn ich aber natürlich nicht gleich zum Arzt. Ich schau lieber bei meinem Freund Horst – ja, der heißt auch so – in der Raths-Apotheke am Marktplatz vorbei. Da gibt’s für mich nämlich nicht nur Trost, sondern auch jedes Mal ein Leckerli. Kein Scherz!

Die Tragödie vom Werder-Halstuch

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Wo er seine Zeit gut verbringen kann, das weiß Horst nur zu gut. Aber ein Problem konnte er bislang nicht lösen: Die Suche nach einem tollen neuen Werder-Halstuch. Das, was er bislang trug, wird nämlich nicht mehr produziert. Mudda hatte für ihn immer die quergeschnittenen Halstücher für Menschen gekauft – deren Produktion wurde allerdings gestoppt. Die Tücher für Hunde gibt’s zwar noch, aber die sind für Horst viel zu klein und drehen sich ganz blöd am Halsband.  Das letzte Tuch hat Mudda bei E-Bay für teuer Geld ersteigert. So langsam geht das aber auch kaputt und bald schon steht Horst ganz nackig da.

Wenn Ihr nicht wollt, dass Horst plötzlich Hannover 96- oder gar HSV-Tücher tragen muss, dann schaut doch mal in Eure Schränke. Habt Ihr noch ein Tuch aus alten Zeiten rumfliegen, das Ihr Horst überlassen könnt? Dann mailt uns an moin@lovebremen.de!

Fotos: Marta Urbanelis