Alle fünf Jahre macht die Sail die Stadt Bremerhaven zu einem wunderbaren Ausflugsziel – die Gelegenheit, viele beeindruckende Segelboote an einem Ort zu bewundern. Und da ich mir stundenlang Windjammer anschauen kann – sie verkörpern so herrlich Abenteuerlust und das Gefühl von großer, weiter Welt – lasse ich mir diese Gelegenheit natürlich nicht entgehen. Zusammen mit einer Freundin und unseren beiden Babys geht’s direkt am ersten Tag der Sail auf die A27, Richtung Bremerhaven. Im Fischereihafen entstehen leichte Verwirrungen: Es gibt zwar ausgeschilderte „Park & Ride“-Parkplätze, allerdings ist die Beschilderung nicht eindeutig. So fahren wir an dem Parkplatz vorbei und stellen das Auto am Weserdeich ab. Nach über einer Stunde Fußmarsch haben wir es endlich geschafft: Ein phänomenaler Anblick bietet sich uns im Neuen Hafen. Da liegen sie, Rumpf an Rumpf, ein Windjammer imposanter als der andere. Insgesamt haben in diesem Jahr fast 300 Schiffe aus 20 verschiedenen Nationen in Bremerhaven festgemacht. Wir entscheiden uns für einen gemütlichen Rundgang.

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Diese fünf Großsegler haben mich besonders beeindruckt – meine persönliche Top-Five der Sail 2015:

Alexander von Humboldt II

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Das Flaggschiff der diesjährigen Sail verfügt über 24 grüne Segel mit einer Segelfläche von insgesamt 1.360 Quadratmetern. Der imposante Großsegler wurde 2011 fertig gestellt und ist damit eines der Küken der Sail. Auch wenn sich das bei einem so großen Segelschiff seltsam anhört. Der Heimathafen der grünen Lady, wie das Segelschulschiff von seiner Stammcrew liebevoll genannt wird, ist Bremerhaven.
www.alex-2.de/

 

Kruzenshtern
Die Viermastbark beeindruckt durch ihre Größe: 114,50 Meter Länge sind auch im Zeitalter von Supertankern eine herausragende Erscheinung. Noch heute nimmt die „Kruzenshtern“ an internationalen Regatten teil. Sie zählt trotz ihrer fast 90 Jahre zu den schnellsten noch existierenden Rahseglern. Die Viermastbark ist 1926 in Bremerhaven vom Stapel gelaufen und es zieht sie mit schöner Regelmäßigkeit dorthin zurück. Das merkt man auch der russischen Besatzung des Schulschiffes an – die Begrüßung an Bord ist sehr herzlich.

 

Sea Cloud II
Geht man an Bord der „Sea Cloud II“, taucht man sofort in die nostalgische Atmosphäre des Kreuzfahrt-Großseglers ein. Himmelbetten in etlichen Kabinen, Waschtische aus Marmor mit goldenen Armaturen und edle Salons versprühen den ganz besonderen Luxus der 30er Jahre. Leider ist dieser elegante Großsegler nur am ersten Tag der Sail zu bewundern gewesen.
www.seacloud.com/yachten/sea-cloud-2/

 

Statsraad Lehmkuhl

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Das Schiff wurde 1914 in Dienst gestellt und ist damit einer der ältesten Großsegler. Vom Stapel gelaufen ist es als „Großherzog Friedrich August“ auf der Werft von Joh. C. Tecklenborg in Geestemünde. Bereits seit den 20er Jahren fährt das Schiff unter norwegischer Flagge und trägt den Namen „Statsraad Lehmkuhl“. Mit einer Segelfläche von 2.026 Quadratmetern, die aus 22 Segeln besteht und einer Masthöhe von 53 Metern ist die Statsraad Lehmkuhl eine beeindruckende Erscheinung. Sie hat zwei Decks mit einer Länge von insgesamt 81 Metern. Mich hat vor allem das mit Teakholz beplankte Oberdeck fasziniert.
www.lehmkuhl.no/english/

 

La Grace
Die „La Grace“ ist eine waschechte Brigg und nach den originalen Bauplänen eines typischen Piratenschiffs des 18. Jahrhunderts gefertigt. Die Freibeuter bevorzugten diese verhältnismäßig kleinen Segelschiffe aufgrund ihrer Beweglichkeit bei verschiedenen Windbedingungen. Das leuchtend gelbe Schiff mit seinem windschnittigen Bug verströmt die Abenteuerlust vergangener Zeiten. Die Besatzung unterstreicht dieses Gefühl durch stilechte Freibeuteroutfits mit weiten Piratenhemden und allem Drum und Dran.

Ich bin mir sicher: An diese Windjammer werde ich mich noch lange erinnern. Für mich war der erste Tag der Sail ein großartiger Auftakt. Jetzt ist Bremerhaven auf jeden Fall eine Reise wert. Ahoi!