Sie ist vorbei: die Bremen Classic Motorshow. Acht Hallen, voll mit Blech und Gummi. Was bleibt sind die glänzenden Erinnerungen. Und natürlich die Geschichten, ohne die die Welt der Oldtimer nur halb so spannend wäre. Sechs Besitzer von historischen Vehikeln erzählen uns in dieser Fotoreihe eine Geschichte. Die Geschichte ihres Lieblingsstücks.

LOVEBREMEN-Blog-Magazin-Oldtimerfreunde-und-ihr-Herzstück (2)

Jochen Fröhlich: Pegida-Gegner, Frankreich-Urlauber, Oldtimerliebhaber. Jochen fährt einen kleinen Lloyd 600. Er erzählt von den Abenteuern, die er mit dem Auto erlebt hat. Eine Fahrt nach Südfrankreich, nach Italien. Zu viert. Ohne Klimaanlage. „Vorne hat man genug Platz, nur hinten ist es ein wenig eng“, schmunzelt er. „Der Kofferraum ist auch ziemlich groß, zwei Bierkisten passen da schon rein“. Wie das sein kann, bei einem Auto, das kaum größer als ein Smart ist? „Naja, die haben bei der Polsterung gespart“, erzählt Jochen. Während er redet, schleicht sich immer wieder der Schalk in seine Augen. Jochen lächelt häufig. Als er von seinem Herzstück erzählt, wird er kurz ernst. „Die Radkappen von damals sind zum Glück ein wenig dicker als heute“, erzählt er. „Ich bin damals zum TÜV gefahren. Dort musste ich dann über die Grube fahren, in der der Mechaniker steht“. Keine ganz einfache Aufgabe, weil der kleine Lloyd nicht viel breiter als eine Ente ist. „Ich habe gemerkt, wie das Auto wegsackt ist und dachte schon, dass jetzt alles zu spät ist“. Doch er blieb hängen. An der vorderen, rechten Radkappe. „Da war natürlich ein kleiner Knick drin, aber den habe ich wieder ausgebeult“.

LOVEBREMEN-Blog-Magazin-Oldtimerfreunde-und-ihr-Herzstück (6)„Die Geschichte des Lederlappens“, beginnt André zu erzählen und muss selbst ein wenig über den falschen Pathos schmunzeln. Dieser Lappen ist untrennbar mit einem Opel Kadett verbunden, der in 20 Jahren schon in die vierte Generation übergeben wird. Das Auto hat – rein materiell gesehen, keinen großen Wert. Aber er ist der Familie über die Jahre sehr ans Herz gewachsen. „Mein Vater hat den Wagen gekauft“, erzählt André. „Er ist voll mit Kindheitserinnerungen. Wir sind damit zum Beispiel oft zur Eisdiele gefahren.“ Nach jedem Waschen und jedem Regenguss haben wir das Auto mit diesem Lappen abgeledert. „Der ist genauso alt wie das Auto“, sagt er.

Heiko ist Auto-Fan. Ganz besonders verliebt hat er sich aber Coupé 100 S von Audi. Schon früh hatte er davon sein Erstes gekauft. Übrig ist davon allerdings nur noch das Lenkrad, denn im Laufe der Jahre wurde Heiko Besitzer von vielen seiner heiß geliebten Audi Coupé 100 S. Auf den letzten wartete er ganze 14 Jahre lang, weil der Besitzer nicht verkaufen wollte. Doch wenn man Heiko darüber sprechen hört, dann hat es sich wohl gelohnt.

LOVEBREMEN-Blog-Magazin-Oldtimerfreunde-und-ihr-Herzstück (9)„Mein Mann und ich waren in Mainz. Unseren ersten Oldtimer abholen“, sagt Mel. Gleich vor Ort machten die beiden eine Probefahrt in dem Vokaro. Bestes Wetter, ein altes Kit-Car-Cabrio und zwei gut gelaunte, frisch gebackene Oldtimerbesitzer. Am nächsten Tag wollten die beiden das Auto einem Freund präsentieren – aber das Auto wollte nicht. Wie die drei nach mehrmaligem Anschieben herausfanden, war der Anlasser kaputt. „In so einem Oldtimer steckt man einfach nicht drin. Da kann immer mal was kaputt gehen“. Das haben die beiden früh genug gelernt. Den alten Anlasser haben sie noch. Ist ja klar.

LOVEBREMEN-Blog-Magazin-Oldtimerfreunde-und-ihr-Herzstück (5)

„Das ist ein alter Kolben“, sagt Daniel und hebt ihn in die Kamera. Es ist nur noch ein Erinnerungsstück. Vorne klafft ein Loch im Metall. Der Kolben ist beschriftet, mit dem Datum, an dem er kaputt gegangen ist. Daniel selbst saß an dem Tag im Wagen. Die Zündung war nicht richtig eingestellt, und plötzlich sah er nur noch weißen Dampf und sein Wagen ist ausgebrochen. Ihm ist nichts passiert. Der Kolben jedoch war hinnüber und dient seitdem als Erinnerung – und Fotomodell.

Wolfgang fuhr mit einem Mercedes zur Schule. Seine Lehrer fanden das nicht besonders lustig, vor allem, da sie selbst wohl nicht das nötige Kleingeld für ein Auto mit Stern hatten. Für Wolfgang war der Mercedes ein Drittwagen. Mit den anderen beiden handelte er und verschrieb sich damit schon früh der Automobilbranche. Heute fährt er wieder Mercedes. Das Auto, das er in der Hand hält, ist ein „unerreichbarer Traum“, sagt er. Ein Traum mit besonders schönen Kurven und Flügeltüren.

Wen die Lust auf Oldtimer gepackt hat, der findet jährlich bei der Bremen Classic Motorshow in allen Hallen der Messe Bremen plus der mobilen Halle 8 reichlich gepflegtes Blech.