Liebe alte Heimat Bremen,

als ich dich kennengelernt habe, hätte ich nicht gedacht, dass ich eines Tages so wehmütig an dich denken würde. Der Anfang war ein bisschen hart, damals … Nun sind wir noch weiter in den Norden gewandert. Aber keine Sorge, mir geht es gut in der neuen Heimat und ich fühle mich wohl, doch du hast einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Am meisten fehlt mir das gute alte Viertel. Das ist natürlich ein Klischee, aber so ist es nun mal. Manchmal, an einem dieser Tage mit akutem Heimweh, sehne ich mich dann nach der Vertrautheit dort: Dann möchte ich so gerne den O-Weg entlang schlendern, in die Läden gucken und mich bei Kauf dich glücklich, dem Naturkosmetikladen daneben oder in der Buchhandlung Ostertor ein bisschen inspirieren und verzaubern lassen. Oder mir einen Burrito holen (gibt es den Laden am Eck noch?) und mich damit an den Deich setzen und aufs Café Sand gucken. Wenn zufällig Dienstag oder Freitag wäre, könnte ich noch einen besonderen Käse auf dem Markt am Ulrichsplatz holen und ein Brot bei der Schwiegermutter meiner besten Freundin. Oder ein Eis, egal an welchem Tag – am liebsten Zitrone und Butterkeks. Manchmal wünsche ich mir aber auch nur ganz banal den Rossmann oder den dm in der Obernstraße herbei, um an einem Ort alles zu finden, was man an Kosmetik und Babyprodukten so braucht. So einen Laden gibt es hier leider nicht. Genauso wenig wie den Japan-Laden schräg gegenüber von der Baumwollbörse – dort wird man von einer ganz ruhigen, angenehmen Atmosphäre empfangen und kann inmitten wunderschöner japanischer Tassen, Vasen, Tees und vielen mehr ganz tolle Geschenke finden. So könnte ich mir einen Tag in Bremen gut vorstellen – und hoffentlich bald auch wieder mal erleben.

LOVEBREMEN-Nina-Heinrich-Gedanken-an-Bremen

Nina Heinrich, gebürtige Münchnerin, hat zehn Jahre in Bremen gelebt und ist seit Ende 2014 mit Mann und Sohn in Dänemark zu Hause.