„Ja, ehrlich, die kann man essen.“ Volker Kranz zupft eine große Blüte von der hochgewachsenen Blume und beißt hinein. Mein Mann und ich schauen uns erstaunt an. Wir beiden wissen nicht mal sicher, wie das Gewächs heißt, das da in unserem wild durcheinander bepflanzten Blumenbeet vor unserer Terrasse den Kopf gen Himmel streckt. Volker Kranz kennt sie alle. Er lässt den Blick konzentriert durch den langen, schmalen Garten wandern, nickt kaum merklich und sinniert mit einem „Mhmm, jaaa… Das kann man so machen, wie Sie es sich vorstellen“, während er den Rest der Blüte als zweites Frühstück im Mund kaut. In diesem Moment weiß ich: Rettung ist nah.

Die Vorgeschichte

Okay, okay, „Rettung“ klingt wahnsinnig dramatisch, aber Ihr kennt doch sicher auch die folgende Situation: Ihr habt in irgendeiner Sache ein enormes Verbesserungsbedürfnis. Den Anspruch, dass etwas erfolgreicher/ schöner/ individueller/ zufriedenstellender/ funktionsfähiger… wird. Ihr habt auch eine grobe Ahnung, wie das klappen kann – allerdings fehlt Euch das nötige Profi-Umsetzungswissen dazu. Und die Zeit, Euch intensiv damit auseinander zu setzen.

Dann passiert oft Folgendes: Ihr habt die Sache und Euren Wunsch nach Veränderung immer mal wieder im Kopf (vielleicht auch vor Augen). Mal ignoriert Ihr die Situation, mal arrangiert Ihr Euch mit ihr. Mal versucht Ihr einen neuen Vorstoß, mal kapituliert Ihr. Je größer das Bedürfnis nach Veränderung, desto wahrscheinlicher ist es, dass Ihr irgendwann frustriert seid. Und auf den Frust folgt dann irgendwann die befreiende Entscheidung: Ihr lasst Euch helfen. Kratzt Geld zusammen und gebt es den Menschen, die die Sache in Eurem Sinne voranbringen. Ihr sorgt für Rettung.

Und? Kommt Euch das bekannt vor? Nein? Doch? Bei mir war es genauso. Und das Ding, um das es ging, war unser Garten.

Zweieinhalb Jahre begrüßte er uns morgens als erster, wenn wir die Schlafzimmervorhänge aufzogen. Zweieinhalb Jahre war seine Terrasse der Ort, an dem man grillend Sommergefühle zelebrierte. Zweieinhalb Jahre konnten wir uns nicht recht mit ihm anfreunden. Wenn alles in grüner Pracht stand, war der Garten keine elende Katastrophe, das gebe ich zu. Aber er war eben, naja… langweilig. In die Jahre gekommen. Nicht so ganz nach unserem Geschmack.IMG_1159 2

Sicherlich wohnen einige von Euch auch in einem Reihenhaus. Für Bremen eine beliebter Haustyp, der in der Regel mit kleinen quadratischen oder langgestreckten schmalen Gärten daherkommt. Gärten, deren Geometrie keine Begeisterungsstürme auslösen, weil sie nicht per se für gemütliche Nischen, romantische Plätze unter Obstbäumen oder sichtgeschützte Terrassen sorgen. Tja, da steht man dann also mit solch einem Garten. Pflastert eine Terrasse hinterm Haus, packt ein Blumenbeet davor, sät Rasen aus – fertisch! In Reihenhaus-Siedlungen sehen Gärten dadurch oft sehr ähnlich aus, nur die Auswahl der Dekoration, des Mobiliars und des Markisenstoffes sorgen für Vielfalt. Wer einen kleinen Teich im Garten hat, wird von Passanten dann häufig für den pfiffigen Umgang mit der Fläche bewundert. „Wir sind froh, überhaupt etwas Grün zu haben“, lautet zudem ein beliebter Satz.

So etwas in der Art sagten wir uns auch, solange wir Haus und Garten nur gemietet hatten. Nach dem Kauf des Hauses war klar: Wir möchten etwas ändern.

Die Suche nach dem passenden Dienstleister

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Und damit komme ich zu dem Punkt, der mich überhaupt dazu bringt, diesen Artikel zu veröffentlichen. Es ist nämlich gar nicht so leicht, den richtigen Dienstleister zu finden. Daher erzähle ich Euch – für den Fall, dass Ihr demnächst auch Euren Garten anpacken möchtet und wohlmöglich ähnliche Dinge gut findet wie wir – wer uns unter die Arme gegriffen hat. Eine Empfehlung übern digitalen Gartenzaun quasi, denn auch wir sind lediglich dank einer Empfehlung bei unseren Landschaftsgärtnern gelandet.

Wir waren uns über den Stil, der unser Garten bekommen soll, schnell einig: alte Steine sollen für Hingucker sorgen, pflegeleichte Stauden sollen sich frei entfalten, konventionelle Beete und mit dem Lineal korrekt abgemessene Linienführungen sollen bloß nicht vorkommen. Im Gegensatz zu mir, die in Sachen räumliches Vorstellungsvermögen kein Talent aufzuweisen hat, waren die Ideen des Mannes noch deutlich konkreter. Ich hörte von einer schräg angelegten Pflasterung der neuen Terrasse, weil dies enge Räume optisch größer macht. Von verschiedenen Abschnitten, die den Garten unterteilen könnten. Von Materialien, deren Namen ich direkt wieder vergaß.

Visionen hatten wir also, gingen damit allerdings nicht zum Arzt, sondern suchten das Gespräch mit Freunden und Bekannten. Irgendjemand, so hofften wir, würde von einem Landschaftsbüro oder Ähnlichem wissen, das ein bisschen alternativ-kreativ denkt, statt Gärten wie aus dem Baumarkt-Katalog anzulegen. Und siehe da, in einem Treffen, in dem es um etwas ganz anderes ging, bekam ich den entscheidenden Tipp von Roland Kanwicher. Er hatte selbst vor einiger Zeit die Aufgabe zu lösen, aus einem kleinen Hinterhof im Viertel einen Aufenthaltsort nach seinem Geschmack zu zaubern.

„Kennst Du Baumrausch? Schau Dir die Website mal an, das könnte was für Euch sein.“

Baumrausch also, aha. Ich klickte mich durch die Website – ansprechend und inspirierend. Ich erzählte zwei, drei anderen Bekannten mit Sinn für Garten und Abneigung für Standardlösungen davon – sie bestätigten die Empfehlung. Ich schaute mir den temporären Garten von Baumrausch auf dem Ansgarihof an – ja, gefiel auch.

Hörer geschnappt, angerufen, Termin bei uns vereinbart.

Zugehört, überzeugt gewesen, Auftrag erteilt.

So hat’s Baumrausch gemacht

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Nachdem der Mann unseren Garten geometrisch aufgemessen und in Form einer Bestandszeichnung erfasst hat, plante Baumrausch die Neugestaltung ein. Den finalen Entwurf sind wir durchgegangen und haben noch die ein oder andere Ergänzung untergebracht. Danach wurden erstmal die eigenen Hemdsärmel hochgekrempelt, denn die Vorbereitungen haben wir selbst übernommen: alte Terrasse zurückbauen, einen Fliederbaum fällen (da blutete mir ein bißchen das Herz) sowie alle Beete von Pflanzen und Unkraut befreien.

Und dann ging’s richtig rund. Mit Minibaggern, diversen Baumaterialien und Gerätschaften rückte unser Gartenteam an. Und man glaubt ja gar nicht, wie schnell plötzlich Arbeiten erledigt sind, für die man ohne das passende Equipment mühsam lange braucht.

 

Nachdem die entsprechenden Flächen freigebaggert waren, waren als erstes die Terrasse und die formgebenden Mauern dran. Patchwork-Stil hatten wir uns ausgesucht, das heißt, es wurden unsere alten Platten mit verschiedenen anderen Steinen gemixt. Übrigens alles Steine, die schon mehrere Jahrzehnte auf dem Buckel haben. Baumrausch greift viel auf Materialien zurück, die bei anderen Umbauten gerettet wurden und in neuen Projekten wiederverwendet werden können.

 

Das Wetter meinte es übrigens in den ingesamt drei Wochen, die unsere Umgestaltung dauerte, nicht besonders gut. Entweder war es brütend heiß oder es regnete in Strömen. Umso beeindruckter war ich von der stoischen Gelassenheit, mit der Marcel, Carla & Co. bei jeder Witterung weitermachten. Ich versuchte, es abwechselnd mit Eis, Kuchen, Keksen und Kaffee wieder gut zu machen.

Am Ende dann ging’s ans Pflanzen. Wir haben uns überwiegend für Stauden und Gräser entschieden – pflegeleicht eben. Wichtig war uns außerdem, dass es Pflanzen sind, die den heimischen Insekten gut tun. Auch in dieser Hinsicht hat uns Volker Kranz hervorragend beraten. Wir mussten uns eigentlich immer nur für Farbe und Form entscheiden, die im Garten dominieren sollen – die Auswahl an untereinander harmonierenden Pflanzen, die zu unseren Vorgaben passen, hat dann er übernommen. Hervorragend, denn in dieser Hinsicht haben wir gefährliches Halbwissen.

 

Das Ergebnis

Das vollständige Ergebnis braucht noch Zeit. Alles ist eingepflanzt, doch die Stauden müssen mindestens zwei Jahre wachsen und der durch die Bauarbeiten strapazierte Rasen muss neu angesät werden. Doch was wir schon erkennen und erleben ist aber so, wie wir es uns gewünscht haben. Und so freuen wir uns auf die nächste Gartensaison, in der wir es uns draußen am Haus zufrieden gemütlich machen können.

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Falls ihr also auch einen Faible für Naturmaterialien, ideenreiche ökologische Lösungen und etwas weniger Spießertum im Reihenhausgarten habt, dann könnte Baumrausch vielleicht auch für Euch ein passender Ansprechpartner sein. Baumrausch gestaltet übrigens neben privaten Gärten auch andere Landschaftsflächen –  öffentliche Spielplätze zum Beispiel.

Und jetzt interessiert mich noch eines brennend: Wie steht es um Eure Gärten in Bremen? Zelebriert Ihr vielleicht die Schrebergartengemeinschaft oder habt hängende Kräutergärten auf Eurem Mini-Balkon? Und welche Ideen könnt Ihr Reihenhaus-Besitzern für mehr Spaß am Garten mit auf den Weg geben? Kennt Ihr vielleicht auch noch Dienstleister in Bremen, die hier genannt werden sollten? Ich freue mich auf Eure Kommentare!