Vor einigen Wochen erreichte uns die Einladung zum Kreativrendezvous, einem Business-Speeddating mit Bremer Unternehmen aus der Kreativwirtschaft. Das führte in der darauf folgenden Redaktionssitzung von LOVEBREMEN zu einer lebhaften Diskussion, denn keiner von uns wusste so genau, was er sich darunter vorzustellen hatte und welche Bremer Unternehmen dort anzutreffen sind. Um uns und Euch einen Einblick zu verschaffen, habe ich beschlossen, hinzugehen.

So machte ich mich an einem Freitagnachmittag auf den Weg zum Schütting. Der Name „Kreativrendezvous“ verheißt eine angenehme Atmosphäre und ich bin sehr interessiert, welche Pärchen sich hier finden. Ich treffe zuerst auf einen freundlichen Mann vom TÜV Nord. Er erzählt mir, dass er eigentlich Hamburger ist, aber furchtbar gern in Bremen arbeitet, weil er die Mentalität der Bremer einfach klasse findet. Nur dass wir Bremer immer so stolz von unserer großen Weser, dem reißenden Strom berichten, darüber muss er immer wieder schmunzeln.

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Die Veranstalter von Handelskammer Bremen, der Wirtschaftsförderung Bremen und Klub Dialog (v.l.n.r.)

Ein Date der besonderen Art

Das Business-Speeddating mit Unternehmen aus der Kreativwirtschaft ist ein gemeinsames Projekt der Handelskammer Bremen, Wirtschaftsförderung Bremen und Klub Dialog. Wer mit von der Partie ist, wurde zuvor von den Gastgebern ausgewählt und gezielt eingeladen. Ein Date läuft an diesem Nachmittag im Schütting folgendermaßen ab: In jeweils fünfminütigen Gesprächen haben die Teilnehmer aus den Bremer Unternehmen die Gelegenheit, die einzelnen Kreativen und deren Ideen kennen zu lernen. Jeder Wirtschaftsvertreter spricht mit jedem kreativen Kopf und kann in einem unverbindlichen Gespräch ausloten, ob Ansatzpunkte für eine Zusammenarbeit gegeben sind.

lovebremen-blog-magazin-kreativrendezvous-1 (1)Profilkarten steigern Effektivität

Damit bei der Vielzahl der Teilnehmer keiner durcheinander kommt, erhält jeder im Vorfeld von jedem Gesprächspartner eine Profilkarte – sozusagen ausführliche Visitenkarten. Auf diesen Karten sind zusätzlich zu den Kontaktdaten ein Foto des jeweiligen Gesprächspartners, seine Branche, seine Produkte bzw. Dienstleistungen, besondere Kenntnisse und die Märkte, die er bedient, aufgeführt. Außerdem gibt es Raum für Notizen, was wunderbar hilft, die Gedanken zu den einzelnen Gesprächspartnern geordnet festzuhalten. Dietmar Niehaus, der für die Best Carrier GmbH vor Ort ist, bemerkt: „Für den Erfolg war die Vorbereitung sehr wichtig. Das wurde durch die Profilkarten unterstützt. Beim Erstellen des eigenen Profils muss man sich schon Gedanken machen, welche Message man rüberbringen möchte und welche Infos dafür sinnvoll sind.“

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Dietmar Niehaus, Best Carrier GmbH (links)

Aktives Vernetzen von Kreativen mit der klassischen Wirtschaft

Die Geräuschkulisse zeigt, dass es jede Menge miteinander zu besprechen gibt. Christian Tipke, von Tipke digitales Video, bringt es auf den Punkt: „Als das erste Mal nach fünf Minuten das Gespräch durch die Uhr beendet wurde, haben mein Gesprächspartner und ich uns angeguckt und waren sehr erstaunt, wie kurz 5 Minuten dann am Ende doch sind.“ Elf Paarungen aus Wirtschaftsvertretern und kreativen Köpfen haben an diesem Nachmittag im Schütting ein solches Kurzgespräch geführt. Auf die Frage, ob seine Erwartungen erfüllt wurden, entgegnet mir Dietmar Niehaus, von der Best Carrier GmbH: „Die Veranstaltung hat zwei Stunden gedauert. Mit An- und Abfahrt war das ein Aufwand von drei Stunden. Das ist normaler Weise der zeitliche Aufwand für einen Akquisetermin. Hier habe ich in derselben Zeit elf Unternehmen kennen gelernt und konnte mich elf Unternehmen vorstellen.“

Christian Tipke sieht das ähnlich und resümiert: „Das Kreativrendezvous war eine kurzweilige Veranstaltung, bei der man viele Kontakte in kürzester Zeit knüpfen konnte. Schön war, dass man Vertreter aus den verschiedensten Branchen kennen lernen konnte. Ich denke, dass aus den ungezwungenen kurzen Gesprächen das ein oder andere gemeinsame Projekt entstehen könnte. Meine Erwartungen wurden erfüllt, vielleicht sogar ein wenig übertroffen.“

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Christian Tipke, Tipke digitales Video

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Nach fünf Minuten wechselt der Gesprächspartner

Auch für mich war es ein gelungener Nachmittag. Denn mir ist noch einmal vor Augen geführt worden, dass das Interesse an der Kreativwirtschaft in Bremen wirklich groß ist. Und ich bin zu der Erkenntnis gelangt, dass Business-Speeddating Sinn macht, da ich selten eine Veranstaltung erlebt habe, bei der in so kurzer Zeit so viele Kontakte geknüpft und effektive Gespräche geführt wurden. Die Atmosphäre lässt sich folgendermaßen zusammenfassen: Typisch Bremisch – der Mann vom TÜV Nord dürfte zufrieden gewesen sein.

Zur offiziellen Seite der Veranstaltung hier entlang!