Manchmal fährt man tagein, tagaus an einem Laden vorbei, den man unbedingt mal von innen sehen will – und schiebt es dann doch wieder auf. Und dann, irgendwann, geht man hinein. Und möchte am Liebsten gar nicht wieder raus. Bei der Koúpa Cafébar in der Nähe des Hauptbahnhofs, die ich bei Recherchen für das Magazin Kaffee & Co. vom Weser-Kurier entdeckt habe, ging es mir genau so. Zum einen, weil der Kaffee dort fantastisch schmeckt. Zum anderen, weil alles so liebvoll hergerichtet ist, dass man kurz vergisst, mitten an einer Kreuzung zu sein. Vor allem aber, weil Inhaberin Stergia einen mit besonderer Herzlichkeit empfängt.

Ein Besuch der Koúpa Cafébar fühlt sich ein bisschen an wie Heimkommen. An einem Feiertag, einem Geburtstag vielleicht, wenn man ein paar Minuten zu früh da ist und Mutti gerade den Kuchen aus dem Ofen holt (Ok, zugegeben, das kommt nicht so häufig vor. Also das mit dem Kuchen schon, meine Mutter macht die besten Kuchen der Welt! Aber das mit dem zu früh kommen, meine ich.). Es duftet herrlich nach Schokolade und heißen Kirschen, nach Kaffee und Zimt und ein bisschen nach alten Büchern. Im Hintergrund läuft Jazz-Musik, und die hektische Welt da draußen vor der großen Fensterfront des kleinen Cafés, mit ihren vorbeiratternden Zügen und an den Kreuzungsampeln anfahrenden Autos und wild klingelnden Fahrradfahrern – verstummt, sobald die Tür ins Schloss fällt.

Lovebremen_Kaffee8210

Hinter dem Tresen, auf dem selbstgebackene Mandel-Pasteten unter Glasglocken und Blumen hinter kleinen selbstgestempelten Schildern stehen, zieht Stergia Hatzifilippou-Steffens gerade ein Blech mit frischen Schoko-Kirsch-Törtchen aus dem Backofen, bevor sie mich mit einem herzlichen Lächeln begrüßt. Die dunklen Haare trägt sie zum Zopf gebunden, um die Hüften hat sie eine Schürze gelegt. Fast jeden Vormittag trifft man sie hier so an, weil sie dann die frischen Kuchen, Panini und wechselnde Bio-Gemüsetarts zubereitet.

Lovebremen_Kaffee8227

Stergia, dass verrät bereits ihr Name, kommt gebürtig aus Griechenland. Sie wuchs auf Rhodos auf, in einem kleinen Dorf, zu einer Zeit, in der es in den kleinen ländlichen Orten oft nur zwei Kaffenions gab: eines für die Sozialisten und eines für die Konservativen. Für die klare Trennung hat sie heute nicht mehr viel übrig. Aber die Kaffeekultur als Rahmen für Gemeinschaft – die will sie im Koupa am Leben erhalten.

Lovebremen_Kaffee8212

Neben den klassischen Kaffeegetränken von Espresso bis Cappuccino bietet sie in Erinnerung an ihre Heimat auch griechische Kaffees an. Viele werden ganz traditionell im Glas serviert, etwa der griechische Frappé. Die Mokka-Art Elliniko bereitet sie nach bewährter Art im Kupferkännchen zu: Kaffeepulver und Zucker werden im Wasser verrührt und dann heiß aufgekocht. Auf ihrer Getränkekarte steht aber auch der spanische Milchkaffee Cortado – den trinkt sie selbst am Liebsten.


In die Tasse kommen ausschließlich Kaffeebohnen aus der kleinen Hamburger Rösterei Carroux, eine preisgekrönte Mischung aus 80 Prozent Arabica und 20 Prozent Robusta, die kräftig und leicht schokoladig im Geschmack und in Bremen nach eigener Aussage nur bei ihr erhältlich ist. Den Röster kennt sie persönlich.

Lovebremen_Kaffee8214

Neben der Liebe zum Kaffee faszinieren die gelernte Bibliothekarin Bücher. Das zeigt sich auch in dem kleinen Café, in dem überall Schmöker stehen und liegen: Ein New-York-Bildband von 1962 etwa, und ein altes Werk mit Warhol-Werken. Für gemütliche Atmosphäre in dem kleinen, dreieckigen Raum mit wenig Sitzplätzen sorgen alte Möbel, die zum Teil aus der ehemaligen Einhorn-Apotheke im Viertel stammen. In ihnen finden sich griechische Produkte wie Bergkräutertees und Olivenöle, die sie direkt von kleinen Manufakturen in ihrer Heimat bezieht.

Koúpa Cafébar
www.koupa.de
Öffnungszeiten:
Dienstag-Freitag: 9:00-18:00
Adresse:
Außer der Schleifmühle 5
28203 Bremen

Na, habt Ihr jetzt Lust auf richtig leckeren Kaffee bekommen? Wir haben schon so einige Cafés für Euch besucht. Hier findet Ihr noch mehr Inspiration für gemütliche Kaffeerunden in Bremen.