Bis zu 50 Prozent vom Kaufpreis für einen Coffee to go sparen, wenn man seinen eigenen Kaffeebecher mitbringt? Das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt, dachten sich vier Studenten der Uni Bremen und initiierten einen „Bring dein Becher-Tag“. Rund 15 Cafés, Bäcker und Kioske machen bei der Aktion am Dienstag, den 27. Juni, mit und geben ihren Kaffee vergünstigt an jeden Kunden ab, der einen eigenen Becher dabei hat.

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Das Coffee Corner im Bremer Viertel.

Der erste Kaffee, der einen erst so richtig aus dem Tiefschlaf holt, gehört für die meisten am Morgen einfach dazu. Klar, wenn es schnell gehen muss, am liebsten auf die Hand. Damit seid Ihr nicht allein: Nach Schätzungen der Deutschen Umwelthilfe werden bundesweit pro Jahr fast drei Milliarden Einwegbecher für Coffee to go verbraucht. Hinzu kommen Zubehör wie Plastikdeckel, Strohhalme und Rührstäbchen – nachdem der Kaffee leergetrunken ist, landet alles im Müll. Doof für die Umwelt und für die Abfallwirtschaft. Dabei sei den meisten das Problem durchaus bewusst, wie André Mester, BWL-Student an der Uni Bremen, berichtet. Gemeinsam mit seinen Kommilitonen Niklas Vollmer, Walter Steinhauer und Sebastian Müller sowie der HfK-Studentin Nataliya Moskovych feilte er im Rahmen des Seminars „Gründungsmanagement“ an einer nachhaltigen Alternative zum Coffee to go-Becher.

Eigentlich wollten die fünf einen faltbaren Kaffeebecher entwickeln, das sei in dem kurzen Zeitfenster jedoch nicht möglich gewesen. Erste Prototypen sind jedoch schon entworfen und sollen nach dem Semester weiterentwickelt werden. Die fünf Studenten planen langfristig, mit einem faltbaren Kaffeebecher an den Markt zu gehen. Tätig werden wollten sie trotzdem jetzt schon. Ihre Umfragen am Bremer Hauptbahnhof ergaben nämlich, dass vielen das Thema Nachhaltigkeit eigentlich wichtig sei, erzählt André. Die Mitnahme eines eigenen Thermobechers sei den meisten dennoch zu umständlich, weil er einfach nicht in die Tasche passe.

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v.l. Niklas Vollmer, André Mester, Sebastian Müller, Walter Steinhauer (c) André Mester

„Wir erhoffen uns, dass wir die Leute wachrütteln“

„Da müssen wir mal etwas machen“, dachten sich die Studierenden und überlegten sich eine Initiative gegen den Einwegbecher: der „Bring dein Becher-Tag“. Die BWL-Studenten sprachen mit mehreren Cafés, Bäckereien und Kiosken in der Stadt, bei denen die Aktion auf Begeisterung stieß: „Wir sind offene Türen eingerannt.“ Um mehr Bremer dafür zu sensibilisieren, künftig ihren eigenen Kaffeebecher mitzubringen, werden am Dienstag diejenigen belohnt, die den Anfang machen. Bis zu 50 Prozent könnt Ihr sparen, wenn Ihr Euren Kaffee to go morgen bei den teilnehmenden Geschäften kauft – darunter das Papp Café, das YellowBird Coffee, Coffee Corner, das Torhaus in den Wallanlagen, Café Heinrich sowie Coffee Company in der Bischofsnadel. Die komplette Liste gibt es auf Facebook. „Wir erhoffen uns, dass wir die Leute wachrütteln und dafür sensibilisieren, wie viel Müll entsteht, wenn man seinen Kaffee to go trinkt“, sagt André.