Die Fotografin Kerstin Rolfes gibt es unumwunden zu: „Ich hatte schon immer ein Faible für Menschen mit Behinderungen.“ Was erstmal ambivalent aufgefasst werden könnte; doch der Bremerin geht es darum, mit ihren Bildern eine höhere Akzeptanz für Menschen mit Beeinträchtigungen in unserer Gesellschaft zu schaffen, jenseits der Pränataldiagnostik, die unseren Nachwuchs immer selektiver vorsortiert – so schwangere Frauen denn die zunehmende Anzahl an möglichen Tests in Anspruch nehmen.

In der Wanderausstellung „Platz da! Darf man heute noch behindert sein?“ widmet sich Kerstin Rolfes Kindern und Jugendlichen mit Trisomie 21, auch als Down-Syndrom bekannt. Über viele Jahre begleitete sie mehrere Bremer Familien und porträtierte unterschiedliche Alltagssituationen. „Mir war halt wichtig, nicht nur Bilder von glücklichen Kindern mit Down-Syndrom zu zeigen, sondern Geschichten zu erzählen. Wie gehen Geschwister miteinander um? Wie funktionieren die Familien?“ Teilweise unterscheide sich das überhaupt nicht von nicht-behinderten Menschen; oftmals werden Unterschiede erst mit der Pubertät, je nach Ausprägungsgrad der Behinderung, sichtbar.

Ab Montag, den 21. März (Ausstellungseröffnung ist um 17 Uhr) bis zum 12. April, sind 36 Exponate sind in der Ausstellung im im Saal der VHS im Bamberger Haus, Faulenstr. 69 zu sehen, gefördert von der „Aktion Mensch!“ und vom Elterverein 21 hoch 3 präsentiert.

 

Kerstin Rolfes, die schon in ihrer Diplomarbeit fernab des Voyeurismus psychisch kranke und geistig beeinträchtigte Menschen im belgischen Geel, Vorzeige-Ort für für Inklusion, abgebildet hat, wünscht sich: „Dass viele Leute inspiriert werden, Menschen mit Behinderungen gut zu integrieren, weil wir Vielfalt brauchen in unserer Gesellschaft. Und wir brauchen mehr Normalität im Umgang mit Behinderten und weniger Ängste“.