Zur multikulturellen Vielfalt Bremens trägt seit acht Jahren der australische Sänger Nick Gibbs bei. Aufgewachsen in Sydney, verschlug es ihn nach seinem Gesangsstudium an der Southern Cross University in Lismore der großen Liebe wegen nach Bremen. Was er nicht bereut, obwohl das Heimweh immer da ist, doch Gibbs nutzt das wehmütige Gefühl auf kreative Art und Weise, indem er es nämlich in seinen Songs verpackt.

„Bremen ist eine sehr freie Stadt. Es gibt eine super Musikszene, eine super alternative Szene. Ich bin ein Mensch gegen Sexismus, Rassismus, Homophobie – so etwas kann man in Bremen alles laut sagen“. Nicks Offenheit und Freundlichkeit öffnet ihm auf jeden Fall Türen, so wie die im Café Karton, das eigentlich erst eine Stunde später öffnet, doch uns fürs Gespräch einfach reinlässt und sogar schon Kaffee macht. (Danke nochmal!)

„Es gibt in Bremen nicht so viele Sänger, das ist ganz gut für mich. Allerdings gibt es in Bremen eine Art Understatement, was das Thema Berühmheit angeht. Und es ist schwierig, gute Lokalitäten für Auftritte zu finden – aber: ich mecker nicht“, sagt Gibbs und lächelt, was er eigentlich immer tut.

Aufgewachsen ist er in einer Musiker-Familie. Vater und Großvater Gitarristen, war Nicks Leidenschaft schon früh geprägt. Gitarre hat er schon als Vierjähriger gelernt, doch bevor er Gesang studierte, hat er als einer der wenigen Männer Ballett gemacht. Man sagt ja Australiern nach, dass sie sehr relaxed seien; das Klischee trifft auf Nick auf jeden Fall zu. Mit einem optimistischen Zukunftsvertrauen gestaltet er sein Leben, und das seiner Familie, zu der auch zwei Kinder gehören. „Wir wohnen mit einem Flüchtling zusammen, haben ein kleines Haus mit Garten gemietet, und das ist hier in Bremen alles möglich, ein schönes Leben!“ Neben der Arbeit an der eigenen Karriere als Sänger ist Nick als Musikdozent an verschiedenen Institutionen tätig. „Ich schreibe immer Listen von Dingen; also, was ich möchte, das in meinem Leben passiert. Und wenn ich zurückblicke, ist das bisher alles eingetreten“, grinst Nick.

Lovebremen_Herzbuben_InBremenhatmaneinschönesLeben_CD CoverMomentan steht die Vermarktung seiner CD (zum Reinhören eines Songs geht es hier)  mit auf der Liste. Als Musiker überregional wahrgenommen zu werden – was ein reales Ziel sein dürfte; hört man das Album, dessen Songs alle aus Nicks Feder stammen. Es geht ins Blut, in die Seele und in die Beine – Soul und Singer-Songwriter, Reggae, Jazz und Groove – ein durchdachter Mix, entstanden mit Hilfe von Vater, Aufnahmen des Großvaters (das Intro) und seines Bruders Josh, der Material aus Australien geschickt hat.

Nick Gibbs und seine Band, bestehend aus Oliver Spanuth (dr), Peter Muller (b), Alex Kohrs (keys) und Julian Fischer (g) haben bereits ein Video geplant – wenn denn die Finanzierung steht. „Ich bin aktiver Vater, ich kann mich nicht gut selbst vermarkten. Was in Bremen fehlt, ist Sponsorship und Musikmanagement“, sagt Nick. Und kritisiert lächelnd die deutsche Bürokratie und Pünktlichkeit, „die mag ich nicht so“. Was er wiederum mag, sind Lieblingsorte und -menschen in Bremen, Freunde und sogenannte ’seasonal friends‘, an Orten allen voran das Moments. Dort findet monatlich am Sonntagabend die Veranstaltung „On the jazzy side of pop“ statt, in der unterschiedliche Künstler gecovert und intelligente Live-Musik angeboten wird. Das letzte Mal hat Nick Gibbs dort Paul Simons Songs neu interpretiert. Zugegeben, eine Konkurrenzveranstaltung zum sonntäglichen ‚Tatort‘, aber den kann man ja auch in der Mediathek später sehen…

Wer nun neugierig auf Nick und seine CD geworden ist: Am 15. April findet um 20 Uhr im Musikclub Moments die Record Release Party zum Album „My mind, it runs away“ statt, mit anschliessender Aftershow-Party, wo Nick Gibbs himself als DJ die Tanzwütigen befeuern wird. Und noch ein Highlight: Lovebremen verlost zwei CDs von Nick Gibbs und zwar an diejenigen, die uns den besten Grund nennen, warum sie zu diesem Event müssen! Schreibt uns einfach eine E-Mail an moin@lovebremen.de.