Burger liegen derzeit voll im Trend und auch in Bremen schießen immer mehr Läden aus dem Boden, die sich den gefüllten Brötchen in allen Varianten verschrieben haben. Einer der neuesten Kandidaten ist der Honigdachs, der erst vor knapp drei Wochen im Bremer Viertel eröffnet hat. Seitdem habe ich gemischte Bewertungen gelesen und gehört – Zeit also, sich selbst auf den Weg zu machen und die Burger-Neuentdeckung zu testen. Mit dabei: Sandra und Stefan.

Es herrscht reger Betrieb, als wir an diesem Mittag den Honigdachs besuchen. Geschäftsführer Julian Thomas und sein Team haben alle Hände voll zu tun. So richtig gerechnet haben sie mit diesem Ansturm nicht, wie uns Julian bei einem kurzen Plausch verrät. Um lange Wartezeiten zu vermeiden, gibt es deshalb mittags eine reduzierte Burger-Auswahl. In dem Lunch-Menü ist außerdem je nach Wahl eine Portion Pommes (auch Süßkartoffelpommes) oder ein Salat sowie ein hausgemachter Eistee oder eine Limonade enthalten.

Sandra entscheidet sich für den Bacon‘n‘ Cheese, der aus Rindfleisch, Bacon, Chester Cheese, Honey-Badgers-Burger-Sauce, Eisbergsalat, Tomate, saurer Gurke, Zwiebeln und einem Brioche Bun besteht. Die Bacon-Variante ist übrigens der beliebteste Burger im Honigdachs, wie Julian uns erzählt. Stefan mag es gerne klassisch und wählt den Classic Hamburger: Rindfleisch, Honey-Badgers-Burger-Sauce, Eisbergsalat, Tomate, saure Gurke, Zwiebeln und Brioche Bun. Für Vegetarier gibt es heute nur eine Variante, den Quietchy-Cheese, der mit gebratenem Halloumi, einer Pilzmischung, Honey-Badgers-Burger-Sauce, Feldsalat, Crunched Roasted Nuts und einem Dinkel Bun serviert wird. Abends ist die Auswahl größer, dann könnt Ihr aus rund 15 verschiedenen Burgern wählen – darunter auch eine Nordish by Nature-Variante mit Knipp.

Burger-Laden mit Industrie-Charme

Nach der Bestellung haben wir Zeit, uns etwas umzuschauen. Der Laden punktet mit einer hübschen Mischung aus rustikalen Holzbänken, unverputzten Backsteinwänden und industriellen Glühbirnen – sehr gelungen. Hingucker und Mittelpunkt des ehemaligen Crumbler-Ladens ist die offene Küche, durch die man den Köchen über die Schulter schauen kann. Die Bedienung ist freundlich, aufmerksam und flink. Kurz nach unserer Bestellung bringt sie uns die georderten Limonaden, die Großes verheißen: Unsere getesteten Varianten mit Limette-Minze und Koriander-Brombeer sind wirklich zu empfehlen.

Nun aber zum Essen: Bei den Pattys auf dem Bacon‘n‘ Cheese und auf dem Hamburger handelt es sich nach Angaben des Honigdachs-Teams um hundertprozentiges regionales Rindfleisch mit Neuland-Siegel. Und das schmeckt man: Obwohl die Burger etwas heißer sein könnten, sind sie geschmacklich gut. Auch die vegetarische Variante mit dem Halloumi-Käse und leichter Schärfe überzeugt. Größter Kritikpunkt beim Essen sind leider die Pommes: Während die Süßkartoffelvariante knusprig und kross in der Schale landet, haben die „normalen“ Fritten leider eine ziemlich wabbelige Konsistenz. Da ist definitiv noch Luft nach oben.

Fazit: Bei unserem Besuch hatten wir das Gefühl, dass das Honigdachs-Team bereits an einigen anfänglichen „Kinderkrankheiten“ wie lange Wartezeiten und chaotisches Personal gefeilt hat. Die Kombination aus originellem Ambiente, kreativen Burgern und zentraler Viertel-Lage hat definitiv Potenzial – aber an den Pommes muss dringend gearbeitet werden.

Honigdachs, Vor dem Steintor 36, 28203 Bremen, Öffnungszeiten: Mo-Sa ab 12 Uhr, www.honigdachs-bremen.de