Bei einem Glas frischem konzentrationsförderndem Wasser sitzen wir adrett um unseren Büro-Besprechungstisch, tauschen vor einem zunächst leeren Blatt Papier das Für und Wider von Themenvorschläge aus und bewerten anschließend fachmännisch die Google Analytics-Zahlen der vergangenen Wochen. Ja, ernste Arbeitsatmosphäre muss schon sein, wenn man erfolgreich sein will. Jeder seit der letzten Redaktionssitzung erschienene Artikel wird deshalb kritisch unter die Lupe genommen. Was hat gut funktioniert, was nicht? Und warum?  Gut zwei Stunden Zeit haben wird für dieses straffe Programm, das anhand einer traditionellen Agenda durchgezogen wird. Danach stürzen wir uns Hals über Kopf wieder in unsere anderen Jobs.

Muaahahaaa!

Nö! So sieht es nicht aus, wenn wir Redaktionsmitglieder uns alle zwei Monate mal in großer Runde persönlich treffen. Ganz im Gegenteil.

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Wir lümmeln lieber in der Abendsonne auf einer Bierzeltgarnitur, lockern mit nem promillehaltigen Rummel-Schluck unsere Zungen, philosophieren mit Rummel-Arne über die schönen Seiten der Überseestadt, gehen flott die wichtigsten LOVEBREMEN-Themen und -Fragen durch, um dann in die kunterbunte Vergnügungswelt der 50erJahre abzutauchen, wo sich Teammitglieder in Kontrahenten verwandeln und Sandsäcke und Anfeuerungsrufe nur so durch die Gegend fliegen. Wo aus Philipp ein mehrfacher Deckschrubber, aus Bine die Königin der rollende Kugel, aus Pete der Matrosen-Abräumer und aus mir die Mäuse-Flüsterin wird. Kurz gesagt: Jüngst haben wir im Bremer Hafenrummel in der Überseestadt „getagt“.

Rummel-Arne und Saskia vom Hafenrummel hatten uns bereits einen warmherzigen Empfang mit einer der rauen Hafenvergangenheit angemessenen hanseatischem Schnodderschnauze (i like Schnodderschnauzigkeit!) und einem Tablett Schna… ähem… Schorle bereitet, als wir uns brav unserer kleinen Agenda (okaaaay, so viel Formalität muss dann doch sein, um hier auf lovebremen.de keine langweilige Bleiwüste entstehen zu lassen) widmeten. Diesen Teil des Abends hielten wir allerdings knapp, hatten Rummel-Arne und Saskia für uns doch ohnehin schon die Öffnungszeiten verlängert. (Dankeschön dafür nochmals!).

Außerdem waren wir heiß. Heiß aufs Spielen. Und so erkundeten wir irgendwann endlich in Dreierteams das Innere der ehemaligen Generatorenhalle im heutigen Keller des BLG-Forums.

Glück, Geschicklichkeit und Grips

Elf Spielstationen erwarteten uns – alle handgefertigt und an Original-Rummelspielen aus den 50er Jahren angelehnt. Was bin ich froh, dass mein Team NICHT an Station 1, sondern an Station 3 starten musste. Mein Abend hätte sonst rückblickend eine ganz andere Wendung genommen. Denn an Station 3 spielte vor allem das Glück ein Rolle: Kennt Ihr die Münzschieber vom Freimarkt? Man lässt eine Münze in einen Automaten purzeln, in dem bereits in Teppich aus vielen anderen Münzen liegt und den man dann um den neuen Taler ergänzt mit einem Schieber nach vorn bewegt. Dieses Prinzip nutzt auch der Hafenrummel an seiner Station „Oberstauers Münzschieber“. Und während meine Mitstreiter gänzlich leer ausgingen, konnte ich hier schon einiges an Punkten einsacken. Station 1 hingegen war, als wir sie später nachträglich besuchten, ein Desaster, das leider das in der Regel unzutreffende Klischees von nichtvorhandener Fähigkeit des dreidimensionalen Denkens bei Frauen bestätigt. Denn ich bin eine Frau, bei der die Fähigkeit des dreidimensionalen Denkens, ja genau, nicht vorhanden ist. Blöde Sache, wenn man… ähh frau… naja… ich einen Würfel, der in neun 3D-Puzzleteile gleichförmige zerlegt ist, möglichst schnell zusammenbauen muss.

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Glück, Geschicklichkeit und Grips – hat man alles drei, dann winken einem ordentlich Punkte. Bei 220 liegt der Rekord – niemand von uns reichte allerdings an diese Zahl heran. Aber in Sachen Einsatz, Euphorie und Entertainment hat sich die LOVEBREMEN-Crew die Butter nicht vom Brot nehmen lassen. Wir haben gefightet! Gelacht! Gebangt! Gegrübelt!

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Und gestaunt. Über die liebevolle Einrichtung mit allerlei Relikten aus alten Zeiten und ganz vielen Erinnerungen an die harte Hafenarbeit. Wer schon mal im Schwarzlichthof war, der wird Ähnlichkeiten erkennen. Die sind beiweitem nicht zufällig, denn die Macher vom dunklen Minigolf-Vergnügen gegenüber der Alten Feuerwache sind auch die Initiatoren des Hafenrummels. Die Idee dazu entstand bei einem Trip an die Nordsee (Rummel-Arne:“Oder Ostsee? Ach keine Ahnung? Nordfriesland glaub ich.“) Da kann ich küstenverliebte Leichtmatrosin natürlich nur applaudieren und sehe mich mal wieder bestätigt: Mit Blick aufs Wasser kommen einem einfach die besten Einfälle!

Rummelresümee und Neues bei LOVEBREMEN

Ergebnisse unseres eeeeeeecht harten LOVEBREMEN-Arbeitstreffens? Zum einen haben wir eine wunderbare Aktion zu Ende geplant, die ihr demnächst mit dem Stichwort #moinmanufactum entdecken werdet. Außerdem fiel der Entschluss, Euch Bremen-Lieblinge eine zu kleben. Auch nee, eineN zu kleben. Einen Sticker nämlich. Auch dazu bald mehr.

Zum anderen wissen wir nun, dass der Hafenrummel ein prima Ort ist, um als Familie, im Freundeskreis, mit Kollegen oder einem Kindergeburtstag zwei unterhaltsame Stunden zu verbringen, die es so nirgends sonst gibt. Das darf man wortwörtlich nehmen, denn einen überdachten Rummel – den gibt es bislang nicht. „Jedenfalls nicht im 50er Jahre-Stil, so viel ist sicher“, wie Rummel-Arne augenzwinkernd hinzufügte.

Hafenrummel Bremen

Am Speicher XI 11 (im Keller des BLG-Forum) // 28217 Bremen

geöffnet Mi-Do 14-20 Uhr// Fr 14-24 Uhr// Sa 10-24 Uhr// So u. Feiertage 10-20 Uhr

Fotos: Stefan / Rebell Medien