In meiner Zeit bei LOVEBREMEN habe ich schon so einige interessante Erfahrung machen dürfen. Manche Gelegenheiten waren geplant, manche entstanden durch puren Zufall und in andere Situationen brachte mich meine Neugier. Alle Unternehmungen hatten aber eines gemein: Sie waren immer aufregend, erfrischend und haben Spaß gebracht. Und neulich war er wieder da… dieser Zufall: Ich wurde auf eine Party eingeladen und lernte FoPo kennen.

Fliegende Bananen und ein leuchtender Mangobaum

„Was’n das?“, entgegnete ich noch halb in meinen Träumen von fliegenden Bananen, Flüssen aus Orangen und einem leuchtenden Mangobaum, als meine liebe Freundin mich an einem Samstagmorgen weckte, um mit mir auf eine Food-Party zu gehen. Eigentlich wurde ich nicht wirklich dazu eingeladen. Sie plante mich einfach ein. Frauen können ziemlich viel ziemlich gut. Und Männer einplanen gehört dazu. Nörgelnd brabbelte ich Abwehrendes in mein Kissen. Da sie jedoch wusste, wie gerne ich meine Wochenenden mit einer guten Mütze Schlaf einläute und ich entsprechend auf die frühe Uhrzeit reagieren würde, setzte sie zum manipulativen Gegenschlag an: „Jetzt steh auf… es gibt Essen und Trinken, soviel du willst, und alle ziehen sich bunt an!“. Ich dachte kurz darüber nach, gab mich geschlagen und brummte ein knappes „Mhmmokay, diese Runde geht an dich, Django…“.

So begab es sich an einem sonnigen Samstagmorgen nach einem langen Rockkonzert in der Nacht zuvor, dass ich noch mit einem geschlossenen Auge und frisch geschlüpft in der Bahn saß. Das Motto der Party: „Pastell“. So leuchtete ich wie eine menschliche Interpretation von Jeff Koons Tulpenbouquets in Paris in hellen Farben vor mich hin.

„Sie machen Pulver aus Früchten…“

Veranstalter der Pastell-Party war FoPo. „Frupu wer? Was machen die denn so?“, fragte ich halbwegs interessiert und schaute amüsiert auf meinen pastellfarbenen Bauch. Ich erwartete keine erhellenden Informationen auf diese Frage, die Antwort weckte jedoch meine Neugier: „Sie machen Pulver aus Früchten“. Und in diesem Moment sirrte in meinen Ohren wieder die süßliche Melodie vom Mangobaum aus meinem Traum. FoPo ist die Abkürzung für Food Powder – Früchte in Pulverform also –, die der Ankündigung nach in verschiedenen Geschmacksrichtungen für süße oder herzhafte Gerichte sowie für Getränke verwendet werden können. „Früchte als Pulver“, schoss es mir durch den Kopf,“ Wie ist das möglich?“. Normalerweise wachsen Früchte an Bäumen, aber Früchte aus der Tüte? Als Pulver? Ich war skeptisch und erahnte mir bereits quietsch-bunte Ahoi-Brause vor meinem inneren Auge.

Die Party stieg in den heiligen Kraftwerk-Hallen direkt neben dem Hauptbahnhof, ein Cowork-Space für junge StartUps. In der Büroküche waren schon seit Stunden fleißige Hände bei der Arbeit und es roch lecker nach Frisch-Zubereitetem. Neben mir waren auch noch viele andere Bonbon-farbene Menschen dem Aufruf zur Teilnahme gefolgt. FoPo wollte nämlich an diesem Tag essende Menschen für ihr Bildarchiv fotografieren. Im Gegenzug zum Modell stehen bekam man Essen satt. Geplant war ein herzhaftes Mittagessen, eine süße Teatime und eine fulminanten Cocktailparty zum Abschluss.

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Das dynamische Trio Gerald, Ada und Vita sind die Köpfe hinter FoPo.

Ein Drittel der Früchte werden direkt nach der Ernte weggeschmissen

An diesem Tag lernte ich Ada, Gerald und Vita – die Gründer von FoPo – kennen. Sie sind sich im Studium in Schweden über den Weg gelaufen – purer Zufall, denn die drei sind mit Polen, Tschechien und den Philippinen in Ländern aufgewachsen, die unterscheidlicher kaum sein könnten. Die sympathischen Visionäre haben Großes vor: Sie wollen der Verschwendung von Nahrungsmitteln entgegenwirken und geben mit ihrer Idee vom Fruchtpulver Obst und Gemüse eine zweite Chance. Rund ein Drittel der angebauten Früchte gelangen nämlich erst gar nicht in den Handel, sondern werden vorher aussortiert, weil sie zu krumm, zu gerade, zu klein oder zu groß gewachsen sind. Sie entsprechen nicht dem Schönheitsideal der Käufer und somit nicht den Qualitätsansprüchen der Händler. Hier kommen die drei FoPo-Fruchtretter ins Spiel. Die Früchte werden zunächst gefriergetrocknet und im nächsten Verarbeitungsprozess zu Pulver weiterverarbeitet. Dafür reisen die drei um den ganzen Erdball und treffen Plantagenbesitzer und Obstbauern, um mit ihnen über ihre Ente zu sprechen.

Pulver lässt sich leichter transportieren und ist länger haltbar

Der Claim „We love ugly Food“ unterstreicht FoPos Mission und setzt ein Zeichen gegen die Verschwendung von Nahrungsmitteln. Das FoPo-Pulver besitzt nach der Weiterverarbeitung noch über 90% der Nährstoffe von frischen Früchten. Wenn man bedenkt, dass eine große Anzahl an Menschen keinen Zugang zu frischen Lebensmitteln hat, ist das Pulver eine großartige Möglichkeit, diese Menschen mit Vitaminen und weiteren Nährstoffen zu versorgen. Nach der Verarbeitung ist das Pulver zwei Jahre lang haltbar und lässt sich auch unter logistischen Gesichtspunkten viel einfacher transportieren als frisches Obst und Gemüse. Auch die Kollegen vom Wired Magazine UK befinden die frostgetrockneten Früchte aus Bremen als eine gute Sache.

Aber schmeckt das denn auch?

Diese Frage stellte ich mir, als mir auf der Food-Party die leckeren Gerüche aus der Küche entgegen waberten. Das Fruchtpulver gibt es im Moment in sechs Sorten: Apfel, Ananas, Avocado, Banane, Olive und Kalamansi, wobei ich letzteres nach der Party erstmal googeln musste. Kalamansi ist eine Zitrusfrucht und grob gesagt eine Mischung aus Orange und Limette. Und dann begann auch schon der erste Gang: Obwohl es für mich noch früh am Morgen war, gab es nun ein leckeres Mittagessen, das unter Verwendung der Fruchtpulver zubereitet worden war. Die Fruchtpulver vertragen nämlich Hitze und eignen sich damit hervorragend zum Kochen. Da ich aber essentechnisch ziemlich flexibel bin, störten mich grüner Spargel mit Schinken umwickelt und Hähnchen mit Gemüse-Gnocchi zum Frühstück überhaupt nicht. Neben dem Avocado-Aufstrich für das Brot wurden beispielsweise auch die Hors d’oeuvre mit FoPo-Pulver hergestellt und schmeckten vorzüglich. Dazu gab es Limonade mit Kalamansi-Geschmack, welche eine fruchtige Ergänzung zum deftigen Essen bot.

Da der Großteil der Leute auf der Foodfete nicht in Deutschland geboren wurde, sprachen alle Englisch. Bald kam ich mir vor, als wäre ich auf einer Erasmus-Party. Alle schwirrten durch die unwirklichen Kulissen der Party, schnatterten fröhlich durcheinander und naschten hier und dort. Nach dem Hauptgericht kamen wir zur Teatime. Mit viel Liebe zum Detail bereiteten mittlerweile alle Anwesenden die Requisiten, das Essen und das Set vor. Die zubereiteten Törtchen schmeckten hervorragend – mit Mango- und Ananaspulver bekommen Creme und Frosting der Cupcakes einen fruchtig-frischen Geschmack und passen somit perfekt zum fluffigen Schokoteig .

Im Anschluss stand direkt die Cocktailparty an. Es gab neben diversen Cocktail-Variationen mit den verschiedenen Fruchtpulvern auch einen Shrimp-Cocktail mit Mango-Dip, der aus Pulver zubereitet wurde. Alles schmeckte frisch und lecker und bildete den krönenden Abschluss der Party.

Nach und nach verabschiedeten sich die Leute dann so langsam – und die Party trudelte genüsslich aus. Und obwohl ich diesen Tag so wiederwillig begann, hatte ich mal wieder einen sehr netten Tag bei fremden Leuten, die später zu tollen Bekanntschaften wurden. Und hey: Fing dieser Tag mit einem unwirklichen Traum von Früchten an, so endete er mit ebendiesem in der Realität.

Wenn ihr jetzt auch mal Lust auf eine Packung gerettetes Obst aus der Tüte bekommen habt, wendet euch vertrauensvoll an den FoPo Online-Shop. Die Bestellung kann auch sehr gerne im Kraftwerk Coworking-Space neben dem Hauptbahnhof abgeholt werden. So spart ihr das Porto und der Paketbote sein CO2.