Ich hab es Euch angekündigt: Ich möchte in nächster Zeit mehr über Foodsharing in Bremen erfahren. Heute geht es in der Themenserie um Apps, die dabei helfen können, die Lebensmittelverschwendung einzudämmen. Ich habe mir zunächst einmal mein Smartphone geschnappt und  den App-Store durchsucht. Allein wenn man  den Begriff „Lebensmittel“ eingibt, kommt eine Menge an Ergebnissen heraus. Ich habe deshalb versucht, das Ganze einzuschränken und mir erst einmal vier Apps heruntergeladen.

Es waren aber noch viele weitere tolle Ideen im Appstore –  da waren zum Beispiel Apps, die die Haltbarkeitsdaten von Lebensmitteln in Erinnerung behalten und einen daran erinnern, sie rechtzeitig zu essen. Vielleicht etwas aufwändig, aber bei großen und prallgefüllten Familienkühlschränken sicherlich von Vorteil. Mein Tipp für euch: stöbert einfach selbst etwas – ich war überrascht, was es nicht alles gibt. Die Suche lohnt sich!

Nun aber zu meinen getesteten Apps:

Too good to go

„Finde dein Essen – Klicke auf ein Geschäft für mehr Informationen oder um eine Portion zu kaufen“ lässt mich die App wissen. Klingt erst einmal gut. Bevor ein Restaurant Essen wegschmeißt, kann ich es ja lieber retten. Nun aber zur Praxis. EIN einziges Bremer Restaurant macht mit – das MIKU in der Überseestadt. Für 3€ hätte ich, genauso wie mindestens noch fünf andere Menschen, die Möglichkeit, heute zwischen 21:55 Uhr und 22:10 Uhr eine bunt gemischte Box mit asiatischen Spezialitäten abzuholen. Für jemanden, der alles mag und isst und auch nichts gegen Spätmahlzeiten einzuwenden hat, sicher eine günstige und gute Sache. Für mich persönlich eher weniger geeignet – mit einer Erdnussallergie und einem vegetarischen Essverhalten ist das Risiko eines „Fehlkaufes“ groß – schön aber, dass sich immerhin ein Restaurant bereit erklärt hat, bei der App mitzumachen. Das nächstgelegene ist in Hamburg – dort gibt es gleich eine ganze Menge an Restaurants, die mit machen und die Auswahl ist deutlich größer und flexibler.

Love Food

„Love Food – Hate Waste“ – mit diesen Worten werde ich auf der Startseite der App begrüßt. Weitergeleitet werde ich zu Rezepten – auf Englisch, ohne Bilder. Erst einmal schade, denn nicht jeder ist der englischen Sprache so mächtig, alle Zutaten in der Küche übersetzen zu können. Und Bilder sind, finde ich jedenfalls, immer hilfreich, wenn es ums Kochen geht. Die App bietet statt Bildern aber andere „Features“. Sie hilft einem, das Essen für die nächsten Tage zu planen – mit Hilfe eines sogenannten „Mealplanners“. Ebenfalls besteht die Möglichkeit, Lebensmittel, die man bereits zuhause hat, der App mitzuteilen – ein virtueller Kühlschrank quasi. Einkaufslisten kann man auch erstellen. So wird nichts doppelt eingekauft und man überhält leichter den Überblick.

So weit, so gut – aber irgendwie erscheint mir die App sehr planungsaufwendig. Der Ansatz ist gut, wenn aber wahrscheinlich auch noch „automatisierbarer“.  Vielleicht so: die App-nutzenden Menschen machen ein Foto von Lebensmitteln, die App merkt sich automatisch das Ablaufdatum und schlägt ein paar Tage zuvor Rezepte vor, die man nun damir kochen könnte. Ich glaube, so würde es eher funktionieren. Dennoch ein guter Ansatz – und für Menschen, die gerne Planen und die Übersicht behalten gut geeignet.

Your Local

„Gemeinsam gegen Lebensmittelverschwendung“ – Hey, genau mein Gedanke!

Erster Eindruck: sehr gut, die App bringt auf den Punkt, was genau mein Vorhaben ist. Dann aber leider der erste Stolperstein: Hoppla, welche Sprache ist DAS denn jetzt? Ah okay, schwedisch. Erst einmal auf „deutsch“ umstellen, dann auf „entdecken“ klicken – und leider wieder einmal festellen: der nächstgelegene Laden, der bei dieser App mitmacht, ist 91km entfernt und in Hamburg. Schade. Der zweitnächeste ist 275km entfernt – in Dänemark. Bremer Gastronomen, steigt ins App-Business ein! Bitte!

Beste Reste

„Jedes achte Lebensmittel , das wir kaufen, werfen wir weg. DU kannst das ändern“ lautet der Begrüßungsslogan. Die App wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft herausgegeben und ist kostenlos und werbefrei. Mitmachen kann jeder – in Form von „Rezepte einreichen“. Die Idee gefällt mir gut. 445 Rezepte sind zur Zeit in der Datenbank vorhanden, Tendenz steigend. Prominente Köche machen ebenfalls mit und haben ihre Ideen preisgegeben, es finden sich zum Beispiel Rezepte von Johann Lafer oder Tim Mälzer. Besonders gut finde ich, dass man die Möglichkeit hat, genau DIE Zutaten, die dringend verwertet werden müssen, anzugeben und so schnell ein Rezept zu finden. Eine chronologische Auflistung ploppt an der Seite auf, die Zutat(en) wird/werden ausgewählt, Rezepte daraufhin angezeigt. Diese App werde ich behalten. Ist gut umsetzbar und praktisch – auch für die eigene Kochkreativität.

Fazit zu den getesteten Apps: da ist noch deutlich Luft nach oben.

Bremen, jetzt komm. Du hast da noch so viel Potenzial! Bremer, nutzt das Internet zum Vernetzen, bevor Dinge entsorgt werden. Macht Foodsharing! Ladet euch Apps herunter, die euch bei der Vermeidung von Lebensmittelverschwendung behilflich sind! Ladet Freunde zum Essen ein, wenn ihr mal wieder zu viel Essen eingekauft habt oder spendet die Lebensmittel.Bremer Gastroniebetreibende, nutzt das Internet, nutzt Apps oder Nachbarschaftsbörsen wie Nebenan.de, der Markt ist da! Ich freue mich auf den Tag, wo Bremen genauso weit ist wie Berlin oder Hamburg.