Seit geraumer Zeit schon weiß ich von Cookasa. Aber Ihr kennt das ja: Wissen über potentielle Unternehmungen macht es sich gern irgendwo im Hinterkopf gemütlich, meldet sich hier und da mal zaghaft zu Wort, wird dann aber von den tagesaktuellen Gedanken mit einem „Demnächst mal, okay?“ abgespeist. Manchmal löst sich das Wissen dann trotzig in Luft auf, in anderen Fällen gibt es aber nicht auf, aus dem Hinterkopf hervorzukrabbeln und sein Recht einzufordern. So war es auch in diesem Fall: Vor gut drei Wochen spuckte meine Facebook-Timeline erneut einen Hinweis auf das geheime Kochevent aus und dieses Mal hatte mein innerer Schweinehund scheinbar gerade einen extrem dicken Knochen zu kauen. Jedenfalls meldete er sich nicht. Ich mich hingegen schon – nämlich an.

Dazu muss man wissen: Ich HASSE kochen. Aber schnippeln, Wein trinken, Anweisungen am Herd folgen, das mach ich gern. Hauptsache ich trage keine Verantwortung für das Ergebnis. Bei Cookasa sind die Aufgaben ja fair auf mehrere Köpfe verteilt. Außerdem gibt es feste Zweierteams. Ich würde mich also einreihen zwischen vielen anderen Köchen. Dachte ich zumindest. Aber fangen wir mal ganz vorn an. Wie geht das denn überhaupt mit diesem Cookasa? 

1. Anmelden für ein Event

Cookasa Bremen Header

Ihr müsst zunächst auf der Website von Cookasa ein Konto erstellen. Wie ihr sofort seht, ist Cookasa zwar ein Projekt aus Bremen, aber hat sich inzwischen auch in anderen Städten etabliert. Bei der Anmeldung müsst Ihr auf jeden Fall Eure Handynummer hinterlassen. Und angeben, ob Ihr eine Küche habt. Wenn es dann einen Termin gibt, bei dem Ihr dabei sein wollt, meldet Ihr Euch dafür noch mal extra an. Es gibt also keine automatische Zuordnung zu Events, sondern Ihr entscheidet, wann Ihr Lust aufs Kochen mit Unbekannten habt.

Seid Ihr für ein Event angemeldet, bekommt Ihr einen Tag vorher Informationen, wo Ihr kochen werdet, wer Euer Kochpartner ist und für welchen Gang Ihr zuständig sei. Die Übersicht über diese Informationen ist grafisch nicht optimal gelöst, wie ich selbst, aber auch andere aus meiner Gruppe feststellten. Ihr müsst also ordentlich überall rumklicken, um alle Informationen zu finden und richtig zuzuordnen. Aber man wurschtelt sich schon durch, keine Bange.

Als ich sah, wofür ich bei meiner Cookasa-Premiere zuständig sein würde, hab ich erstmal ungläubig den Kopf geschüttelt: Hauptgericht! Na suuuuper. Die Nicht-Köchin darf gleich mal in die Vollen, is klaaaar. Nachtisch wäre super gewesen. Aber in Sachen Nachtisch und Vorspeise war ich eh Opfer eines Missverständnisses. Dazu gleich mehr…  Festzuhalten bleibt: Ich wusste einen Tag vorher, mit wem ich für welchen Gang zuständig bin und wo das Kochen stattfinden würde. In der Bremer Neustadt.

2. Einkaufen

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Mit Eurem Kochpartner müsst Ihr Euch auf ein Gericht einigen und dafür dann auch einkaufen. Da wir drei Vegetarier dabei hatten, war klar, dass es etwas ohne Fleisch und Fisch sein muss. Da Carsten ad hoc keinen Vorschlag hatte und ich in Anbetracht der zwei Stunden, die für das Event vorgesehen waren, eine einfache Lösung favorisierte, entschieden wir uns für ein Essen, dass ich immer mache, wenn mir nichts anderes einfällt: Süßkartoffel-Chili à la Katja. Schmeckt lecker, geht easy und braucht in der Regel nur einen großen Topf.

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Die gestrige Mittagspause nutzte ich dann schon mal für einen Sprung ins Genusshaus (Ulrichsplatz), um Bio-Süßkartoffeln & Co. zu kaufen. Den Rest besorgten Carsten und ich ein Stündchen vor Beginn des Kochens im Supermarkt. Was meiner Meinung niemals fehlen darf: Ein kleines Gastgeschenk. Ich besorgte unserer Gastgeberin Fenja ganz im Zeichen der 80er Jahre eine bunte Tüte vom Kiosk. Nervennahrung in bunt geht schließlich immer, oder?

3. Kennenlernen und Aufgaben verteilen

Cookasa Bremen 1

An der richtigen Haustür klingeln, ein freundliches Gesicht machen und die restlichen Teilnehmer kennenlernen – das ist der nächste Schritt, bevor es dann ans Schnippeln geht. Wir waren – wie sollte es anders sein bei solch einem Projekt – eine gemischte Gruppe. Und Fenja eine entspannte Gastgeberin. Ganz ehrlich: Mein Perfektionismus würde aus mir ein aufgescheuchtes Huhn machen, dass die Servietten vorher auf Falte bügeln würde. Fenja hat einfach genügend Stühle in die Küche gestellt und gewartet, was wir sonst so brauchen. Aber letztlich ist genau das auch ihr Job. Der Gastgeber braucht nämlich nicht mitkochen, sondern wird für das Zur Verfügung stellen der Küche belohnt, indem er es sich gemütlich machen darf. Fenja ließ es sich aber nicht nehmen, trotzdem das Messer zu schwingen. Und die Zunge rauszustrecken :-)

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Die Schlüsselposition hat währenddessen der Chefkoch inne. Er teilt die Aufgaben zu, koordiniert den Ablauf des Abend, macht Fotos für die Facebook-Gruppe und am Ende die Abrechnung. So habe ich diese Position jedenfalls verstanden. Der Chefkoch unserer Gruppe verstand seine Rolle etwas anders und hat die Aufgabe lieber an die Rezeptinhaber weitergegeben. Allerdings nicht offiziell, so dass es bei mir immer eine Irritation gab, wer nun eigentlich den Hut aufhat und die Reihenfolge der Schritte vorgibt. Das wollte er nicht, machte es dann doch, schob die Verantwortung am Ende aber wieder weiter. Nun ja, auch das ist Cookasa: Man hat keine Garantie, dass die Chemie immer stimmt. Meist tut sie das aber, wie ich anhand der anderen Gruppen, die Montagabend zusammen kochten, merkte. Es gab nämlich hinterher noch ein Get together und da war die Stimmung außerordentlich gut!

So kommen wir noch eben zum oben angedeuteten Missverständnis: Ich (und auch einige andere) dachte, dass es auch eine Vor- und eine Nachspeise gibt. Allerdings gibt es verschiedene Eventtypen: die „kleine Variante“ des After-Works und verschiedene größere Themenabende. Ihr könnt es Euch denken: Unser Abend war die After Work-Variante und es gab NUR das Hauptgericht. Schreckschwerenot! Es passierte also, was ich vermeiden wollte: Alles hing von meinem Rezept ab. Aber zumGlück haute alles hin.

4. Schnpippeln, bruzzeln, quatschen

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Jo, erklärt sich von selbst, nech?

5. Mahlzeit!

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Wer fleißig in der Küche schnippelt, darf dann auch gemütlich essen. Und noch mehr über die anderen TeilnehmerInnen erfahren. Und Becks trinken. Und sich freuen, dass es schmeckt.

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FAZIT: Cookasa ist wirklich eine schöne Gelegenheit auf Menschen zu treffen, deren Wege man ansonsten nicht kreuzen würde. Gerade wenn man neu in Bremen ist, sollte man unbedingt dabei sein. Ich persönlich kann mir gut vorstellen, nochmals mitzumachen. Dann würde ich mir aber einen Abend mit allem Zipp und Zapp, möglichst am Wochenenden aussuchen. Denn dann kann man ohne Blick auf die Uhr einfach den Abend solange ausklingen lassen, wie man möchte.

Vielleicht würde ich sogar die Gastgeberrolle übernehmen.

Aber das ist jetzt wieder so ein Gedanke, der es sich erstmal im Hinterkopf bequem macht…